Wenn Räume nicht mehr zu uns passen

Über die Frage, wann sich ein Zuhause noch nach uns selbst anfühlt.

Gestern habe ich viel Zeit damit verbracht, mir die Räume in meinem Haus anzuschauen. Ich habe überlegt, wie ich mein Zuhause so umgestalten kann, dass ich mich darin wieder rundum wohlfühle.

Wir alle verändern uns im Laufe des Lebens. Manchmal merken wir plötzlich, dass unser Wohnraum nicht mehr zu unseren aktuellen Bedürfnissen passt. Das kann einzelne Zimmer betreffen oder gleich die gesamte Aufteilung des Hauses.

Ich selbst habe gemerkt, dass ich seit einigen Wochen zu bestimmten Räumen kaum noch einen Bezug habe. Ich meide sie sogar. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Was stimmt hier eigentlich nicht mehr?

Wenn man denkt, es müsse alles neu gemacht werden

Besonders beschäftigt mich meine Küche. Vor einem halben Jahr 🙈 habe ich mit der Renovierung begonnen – und bin steckengeblieben. Mir fehlte das innere Endbild. Gleichzeitig dachte ich: Wenn ich schon anfange, dann mache ich am besten gleich alles neu.

Mein Blick richtete sich nur noch auf das Mobiliar:

Passt der runde Esstisch noch oder will ich einen eckigen? Sollte der 18 Jahre alte Herd nicht auch direkt erneuert werden? Passt der alte Weichholzschrank überhaupt noch zu mir? Und wohin mit dem geliebten, aber riesigen Side-by-Side-Kühlschrank?

Fragen, auf die ich bisher keine Antwort fand – denn ein Rundumschlag fühlte sich weder richtig an, noch ist er aktuell machbar.

Gestern habe ich mich von diesem „Alles muss neu“-Drang gelöst.

Stattdessen habe ich mit Farben und Mustern experimentiert. Ich wollte wissen, in welchem Wohnstil ich mich heute überhaupt zu Hause fühle. Das Ergebnis war spannend: Ich bin dabei nicht nur in ein neues Lebens- und Wohngefühl eingetaucht, sondern bekam auch wieder einen ganz anderen Bezug zu meinen alten Möbeln.

Welche Variante spricht dich intuitiv in deinem aktuellen Wohnbedürfnis am ehesten an? Wenn du magst, schreib es mir am Ende in die Kommentare!

Nicht das Mobiliar war das Problem, sondern der Kontext.

Und dieser Kontext stimmt oft deshalb nicht mehr, weil wir uns selbst im Laufe der Zeit verändern.

Genau das vergessen wir beim Einrichten nämlich oft. Eine Küche kann vollkommen intakt sein. Ein Tisch wunderschön und ein Schrank handwerklich perfekt. Und trotzdem fühlen sie sich irgendwann falsch an. Nicht, weil mit den Dingen an sich etwas nicht stimmt. Sondern weil sich unser Leben bewegt hat. Manchmal wollen wir die alten Erinnerungen nicht mehr in unseren Räumen tragen. Manchmal verändert sich einfach unser Geschmack.

Über Wandfarben, ausdrucksstarke Tapeten, Textilien und Materialien bringen wir unsere heutige Individualität zurück in den Raum – auch ohne Möbelkauf.

Und wo kommt Feng Shui ins Spiel?

Für mich geht es im Feng Shui nicht darum, meine Küche perfekt auszurichten. Feng Shui gibt mir vielmehr eine zusätzliche Ebene, auf der ich meine Gestaltung betrachten kann: Welche Elemente prägen den Raum? In welchem Himmelsrichtungsbereich befindet er sich? Welche Farben und Materialien unterstützen die gewünschte Atmosphäre? Welche Veränderungen fühlen sich für mich überhaupt gut an?

Denn auch ein nach allen Regeln des Feng Shui gestalteter Raum hilft wenig, wenn der Mensch, der darin lebt, sich selbst darin nicht wiederfindet. Für mich entsteht ein stimmiger Raum deshalb dort, wo die Individualität des Menschen und die Prinzipien des Feng Shui miteinander in Einklang kommen.

Wie gelingt der Neustart in den eigenen vier Wänden?

Für meine Küche bedeutet das: Ich brauche keine neue Küchenzeile. Es reicht ein Farbkonzept, in dem ich mich heute wiederfinde. Der Weichholzschrank bekommt eine neue Aufgabe in einem anderen Zimmer. Ein Teppich oder andere Gardinen verändern den Raum zudem schon entscheidend.

Häufig ist weniger sogar mehr. Schon ein Möbelstück, das an einen anderen Platz wandert, kann den Energiefluss und die Wahrnehmung eines Raumes verändern. Manchmal reichen aber auch schon frische Blumen, ein paar neue Kissen oder ein anderes Bild. Am Ende entscheidet nicht die Größe der Veränderung. Entscheidend ist, ob der Raum wieder etwas mit dem Menschen zu tun hat, der du heute bist.

Veränderung beginnt nicht mit Wegwerfen oder Neukaufen. Sie beginnt mit einer simplen Frage:

Was brauche ich heute, damit ich mich hier wieder wohlfühle?

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Warum ich Art Essays schreibe